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Unikurse wählen

Am 18. Juni 2007 beginnt die Uni. Vorbei mit Reisen, der Ernst des Lebens beginnt. Für die ersten beiden Wochen trifft es das sogar recht gut: Man möchte ja möglichst spannende Kurse finden, wofür ich mir eben möglichst viele anschauen muss. Hier also mal ein etwas ausführlicherer Bericht über die erste Uniwoche … leicht verspätet, ich weiß, ich weiß.

Bereits zwei Wochen vor Beginn der Veranstaltungen hatten wir uns mit Sutisa und Ajarn Chai getroffen und uns einmal die SoAD (School of Architecture and Design) angeschaut. Dort sollten die meisten unserer Kurse stattfinden, es gab auch einige recht spannende, der Beschreibung nach zumindest. Die SoAD befindet sich übrigens nicht auf dem Hauptcampus in Bangmod (der wiederum 10 Minuten von unserer Wohnung entfernt liegt) sondern in Ban Kun Tian. Das ist ganz weit im Süden, fast schon am Meer, gemütlich von unzähligen Shrimp- und Fischfarmen umgeben. Dorthin gelangt man eigentlich nur mit einem von der Uni gestellten Minivan, welcher Mensch vom Hauptcampus dort kostenlos hinbringt.

Offiziell sind wir im Communication Design Program eingeschrieben, dürfen aber auch Kurse an anderen Fakultäten besuchen. Besonders interessant sind da Computer Engineering sowie Computer Science and der School of Information Technology.

Schreibe ich wir, meine ich hier übrigens noch Jonas, meinen Mitbewohner und Mitstudenten aus Bremen. Mit dem wohne ich auch noch zusammen. Wie langweilig, mögen jetzt einige sagen, mit einem anderen Deutschen?! Nein, ist es nicht. Die Alternative Studentenwohnheim hätte außerdem einen großen Nachteil gehabt: Gates closed after midnight. Nein, Danke …

Der Montag begann dann auch gleich mit einer Überraschung: Der Kurs wurde verschoben und findet nun am Mittwoch statt. Mit einem anderen Professor, einem anderen Titel und einer anderen Kursnummer. Oder anders formuliert: Es gibt ihn nicht mehr. Später war ich allerdings recht froh darüber, denn wie sich herausstellen sollte würden noch einige andere interessante Kurse am Montag stattfinden. So wie der anschließende Photographic Application, den ich am Ende leider aussortieren musste.

Der Dienstag begann fast wie in Bremen: mit verschlossenen Türen und vielen Menschen, die irgendwie versuchen dieses Problem zu lösen. Wir stellten fest, dass den Schlössern wohl die hohe Luftfeuchtigkeit zu schaffen gemacht hatte. Nun ja, irgendwann waren wir drinnnen und erfuhren etwas mehr über den ‘Communication & Interaction’ Kurs. Unser Ajarn ist Amerikaner, will wissen was Interaction eigentlich ist, darueber diskutieren - viel kommt nicht zurueck von den Studenten. Aber das ist ja normal, in Thailand noch viel mehr als bei uns. Wir (ich habe mir den Kurs mit Jonas angeschaut) sind beide nicht sehr begeistert. Zum einen ist uns der Kurs zu kreativ, mit Skizzenbuch und ganz viel experimentieren, zum anderen geht er den ganzen Tag, von 9:30 bis 17 Uhr.

Dienstag nachmittag schauen wir uns ‘Combining Media’ an, einen 2nd-Year-Kurs. Es geht um erste Erfahrungen mit Multimedia und Video, vor allem. Die beiden Dozenten, gut sollen sie sein, raten uns davon ab, da wir sowas ja schon gemacht haben. Auffallend: Alles geht viel braver zu, die meisten tragen noch die Schuluniform.

Wir sind ja beide eher die technischen Typen - und so ist uns die SoAD eher etwas zu ‘artsy’. Das Bremer Programm ist ja gerade auf einen Mix der beiden Bereiche Kunst & Informatik ausgelegt, waehrend Communication Design hier den Computer nur als Arbeitsmittel nutzt. Gut, dass mein ohnehin angepeiltes Data Communications Lab am Mittwoch stattfinden soll. Das gibts im (teilweise internationalen, also englischen) Computer Engineering Program and der gleichnamigen Fakultät in Bangmod (also am Hauptcampus, in dessen Nähe wir auch wohnen).

Der Kurs findet natürlich nicht statt. Jedenfalls nicht an diesem Mittwoch. Dafür gibt es ein Office, das auch tatsächlich Bescheid weiß und mir einen aktualisierten Stundenplan geben kann. Als ich mich nach dem Kursinhalt erkundige werde ich an den praktischer weise direkt neben mir stehenden Professor verwiesen. Der nimmt sich dann sogar die Zeit mir ausführlich die Inhalte zu erklären. Klingt sehr spannend und ist es auch immer noch. Leider findet das englische Lab Montag nachmittags statt, so dass ich mich zwischen diesem und dem ebenfalls spannenden Fotokurs entscheiden muss …

Motiviert begebe ich mir zur School of Information Technology, die auch ein englisches Computer Science Program anbietet. Auch dort findet sich schnell ein netter Mensch, und 5 Minuten später halte ich einen Stundenplan in der Hand. Da gibt es ja nochmal einige spannende Sachen. Auch Computer Networks - nicht Montags - aber, wie ich feststellen muss, leider auch weniger interessant. Es geht um Verkabelungen, Kabelstandards und die unteren OSI-Schichten. IP und Routing, und da wird es doch erst interessant, dann im nächsten Semester. Übrigens stand der entsprechende Prof auch hier wieder keine 10 Meter entfernt herum.

Donnerstag und Freitag vergingen aehnlich. Jeden Tag möglichst viele Kurse angeschaut. Sogar Freitags. Da gab es einen ganz interessanten, Client-Server-Programmierung. Der Prof war ein recht witziger, schüchterner Japaner, dazu kamen noch etwa 4 Studenten (ich inklusive). Das wäre sicher ein guter Kurs geworden, wenn, ja wenn der nicht Freitag nachmittags stattfinden würde …

Das ist ja nun doch etwas länger geworden. Schön, dass ihr bis hier durchgehalten habt! Welche Kurse es tatsächlich geworden sind lest ihr im nächsten Beitrag …

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